Norwegenexkursionen mit „Störtebeker Dykkerteam

Hier könnt ihr Euch über private Reiseerfahrungen austauschen.
Antworten
Benutzeravatar
Manuel Sy
Forumauswendigkenner
Forumauswendigkenner
Beiträge: 88
Registriert: Mo 2. Nov 2015, 14:27

Norwegenexkursionen mit „Störtebeker Dykkerteam

Mai 2011 27 13:59

Beitrag von Manuel Sy »

Zum dritten Mal habe ich die Gelegenheit genutzt an einer von Pascal organisierten Tauch- und Angeltour teilzunehmen. Ich kann Euch von Schären, Fjorden, Wracks, Fischschwärmen, Anglern, Tauchern, Elchen und Wasserbüffel berichten. Der Süden Norwegens ist näher als man annimmt die Fähren von Colorline benötigen nur drei Stunden vom dänischen Hirtshals bis zur südlichsten norwegischen Stadt Kristiansand. Von der Wetterau bis zur Fähre sind es knapp 1000 Km fahrt. In Norwegen gelandet fährt man ca. 40 Km nach Skottevik oder 100 Km Richtung Südkap Lindesnes, über Mandal und Avik.

Die Landschaft von Südnorwegen zeichnet sich durch Schluchten, Granit, Schäreninseln, Wald und üppige Fluss- und Fjordauen aus. Unterwasser setzt sich die Topographie fort und es lohnt ein Blick in die Seekarte um geeignete Tauchplätze wie etwa Steilwände, Schluchten oder Blockgründe zu finden. Auf eigene Faust entdecken macht mir persönlich mehr Spaß als geführtes Rudeltauchen. Sørlandet ist das Gebiet mit den meisten Sonnenstunden in ganz Norge. Ich war zweimal im Mai in Südnorwegen bei Wasser Temperaturen von 04 – 10 ° C und einmal im Herbst bei wesentlich angenehmeren Bedingungen um die 14 – 18° C. Die Sicht ist gut, Strömungsabhängig aber nie unter 15 m. Die Tauchgründe sind schön bewachsen, Plattfisch, Dorsche, Steinbeisser Muscheln, Anemonen und Weichkorallen runden das Bild ab. Unvergesslich sind die Bootsfahrten durch die Schärengärten.
Ein Tauchgang zwischen den Schären überrascht mit tollen Farbeindrücken. Zwischen Wäldern aus meterhohen Braunalgen, die stark den kalifornischen Kelpwäldern ähneln, verstecken sich rote Lumpfische. Hier wirst Du Seestichlinge und Seenadeln sehen, Lippfische werden dir begegnen und an die Südsee oder das Mittelmeer erinnern. Mit bizarren Zotteln und Fransen getarnte Seeteufel lauern in vielen Felsspalten auf ihre Beute. Tote Mannshand und Seeanemonen bieten dem Makrofotografen ausgezeichnete Motive. Drohend und kahl wirkende Wände führen in unglaubliche Tiefen. Sehr schön bewachsene Wände in taucherfreundlichen Tiefen gehen in flache Sandböden über. Selbst diese Sandböden bergen Geheimnisse. Plattfischarten wie Scholle, Steinbutt und Flunder liegen hier vergraben. Der Gourmet findet ganze Jakopsmuschelbänke. Offensichtlich sorgt der Golfstrom, dessen nördliche Ausläufer an Südnorwegens Küste entlang streichen, für freundliche Temperaturen und klares Wasser. Nachttauchgänge sind obligatorisch, Meeresleuchten und Rippenquallen sorgen für eine illuminierte nächtliche Zauberwelt.

Wracktauchen, ein absolutes Muss. Viele der Felseninseln reichen tückisch und völlig unnachgiebig bis knapp unter die Wasseroberfläche und haben über die Jahrhunderte von der Schifffahrt ihren Zoll gefordert. Man schätzt mehr als 30.000 Wracks an Norwegens gesamter Küste. Etwa 10.000 Wracks wurden bereits entdeckt. Die Wracks in Südnorwegen sind relativ gut zu betauchen, da die Sicht fast immer gut ist, mit starken Strömungen ist nicht zu rechnen. Einige Wracks liegen sehr tief und sollten daher nur erfahrenen Tauchern vorbehalten bleiben. Gesehen haben sollte man:

Die MS „Seattle, Wrack „Tom B, Minensucher „M426“, Seenotrettungsflugzeug Dornier DO-24, die Gudrun – mehr im Internet!

Die Störtebekers haben bis jetzt zweimal in Skottevik und einmal in Avik/Urvikodden gelagert. Die Pirschfahrten wurden diesmal mit eigenem Boot unternommen. Selbstverpflegung ist angesagt. Für die Zukunft werde ich nur noch im Spätsommer/Frühherbst Norwegen heimsuchen. Diesmal hatten leider die Tauchbasen noch geschlossen, die freundliche Feuerwehr in Mandal half uns gerne mit Pressluft bis 300 bar aus. Das nächste Mal wäre zu überlegen, ob ein Reisekompressor angemietet wird und die erste mitgebrachte Füllung aus TMX besteht. Zu guter letzt wollte ich noch über Elche und Wasserbüffel berichten. Elche sah ich zuhauf, meistens auf Verkehrszeichen.

Wasserbüffel nur am Filetierplatz, zweibeinig und besoffen.
Der mit dem Hai taucht!

Antworten